Zur Teufelsmühle: am Schwarzbach vom Rothsee zum Jagdschloss Holzberghof

Für mich einer der verwunschensten Wege der Rhön: Zwischen dem Jagdschloss Holzberghof und dem Rothsee geht es fast nur durch den Wald, immer am Schwarzbach entlang, vorbei an moosigen Felsen und kleinen Wasserfällen. Ich war im Sommer 2020 und im Juni 2021 dort unterwegs – und beide Male hätte ich hinter jedem Felsen einen Kobold erwartet.

Die Strecke in Kürze

Rothsee – Teufelsmühle – Jagdschloss Holzberghof · fast nur Wald · am Bach entlang, stellenweise schmal und wurzelig
Start: Wanderparkplatz am Rothsee bei Bischofsheim · Einkehr am See und im Holzberghof

Am Schwarzbach entlang

Der schönste Teil der Strecke liegt im Tal des Schwarzbachs. Das Wasser springt über dunkle, bemooste Steine, links und rechts stehen alte Buchen, Farn und Felsen, die aussehen, als hätte sie jemand aufgeschichtet. Unter dem Blätterdach bleibt es auch an heißen Tagen angenehm kühl.

Ein paar Stellen sind schmal, steinig und wurzelig. Mit festen Schuhen ist das kein Problem, nach Regen braucht man aber etwas Trittsicherheit.

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Die Teufelsmühle und ihre Sage

Etwa auf halber Strecke zwischen Bischofsheim und dem Holzberghof stürzt der Schwarzbach über eine Felsstufe: die Teufelsmühle, ein kleiner Wasserfall von rund fünf Metern. Vom Holzberghof aus ist es nicht einmal ein Kilometer bis hierher.

Groß ist er nicht, aber zwischen Moos und Steinen wirkt er wie aus einem Märchenbuch. Über ein paar Stufen kommt man hinunter zu einer kleinen Brücke.

Der Rhönklub hat hier eine Tafel aus der Reihe „Sagenhafte Rhön“ aufgestellt. Die Geschichte geht ungefähr so: Ein Müller hat beim Brand seiner Mühle Frau und Kinder verloren und wünscht sich in der Rhön eine neue Mühle – notfalls mit Hilfe des Teufels. Der Teufel verlangt dafür eine Seele: die des Nächsten, der sich auf einen bestimmten Stein setzt.

Am nächsten Morgen rauscht ein Bach den Berg hinunter, die Mühle steht und die Familie ist wieder da. Als der Teufel seinen Lohn holen will, lacht ihn der Müller aus. Der Stein liegt mitten im Mühlteich, dort setzt sich niemand hin. Die Mühle ist längst verfallen, das Wasser fällt bis heute.

Am Rothsee

Am Bauersberg, etwas oberhalb von Bischofsheim, liegt der Rothsee, ein kleiner Waldsee auf gut 640 Metern Höhe. Im Juni blühten am Ufer die gelben Schwertlilien, und das Wasser lag spiegelglatt da.

Der Angelsportverein Bischofsheim kümmert sich um den See. Wer einen Angelschein hat, darf hier gegen Gebühr fischen.

Zwischen Parkplatz und See liegt ein kleines Besucherbergwerk, der Braunkohlenstollen „Einigkeit 1844“. Er ist im Sommer geöffnet, der Eintritt ist frei. Ein paar Meter Stollen und einige Infotafeln: kein großes Museum, aber ein netter Abstecher in die Bergbaugeschichte am Bauersberg.

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Einkehr am See: die Fischerhütte

Direkt am Rothsee liegt die Fischerhütte mit Sonnenterrasse am Wasser. Es gibt Fisch, Brotzeiten und andere Gerichte. Geöffnet ist sie in der Wandersaison, donnerstags ist Ruhetag, und bezahlt wird bar. Die aktuellen Zeiten stehen auf der Website der Fischerhütte.

Das Jagdschloss Holzberghof

Oben am Holzberg steht das Jagdschloss Holzberghof mit seinen runden Türmchen und der Bruchsteinfassade. Der älteste Teil des Hauses stammt von 1614, die Südseite bekam 1910 ihr neuromanisches Aussehen. Heute ist das Schloss Gasthaus und Hotel.

Drinnen wird bei Petroleumlampen gegessen. Auf der Karte steht deftige Küche, dazu Wild aus der eigenen Jagd.

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Wichtig für die Planung: Das Restaurant öffnet erst am späten Nachmittag und hat montags und dienstags Ruhetag, dazu kommen Betriebsferien. Am besten vorher auf der Website des Holzberghofs nachsehen. Wir waren auch schon an Winterabenden dort. Mit Schnee vor der Tür ist es in der Gaststube besonders gemütlich.

Anfahrt und Parken

  • Wanderparkplatz Rothsee an der Hochrhönstraße, nördlich von Bischofsheim in der Rhön (Landkreis Rhön-Grabfeld). Vom Parkplatz sind es nur wenige Minuten zum See.
  • Der kleine Parkplatz direkt am See ist für Personal, Angler und Gäste mit eingeschränkter Mobilität gedacht. Wanderer nutzen den großen oberen Parkplatz.
  • Wer im Holzberghof einkehrt, kann die Strecke auch dort beginnen (Holzberg 1, Bischofsheim).

Für wen und wann

Das ist keine große Bergtour, sondern ein Waldweg mit ein paar ruppigen Stellen. Feste Schuhe gehören dazu, den Kinderwagen lässt man besser im Auto. Am schönsten finde ich die Strecke im Frühsommer: Alles ist frisch grün, der Bach führt Wasser, und am See blühen die Schwertlilien. An heißen Tagen ist der Schatten im Tal Gold wert.

Wer länger laufen möchte: Vom Rothsee gibt es auch eine große Runde über den Heidelstein und durch das Naturschutzgebiet Lange Rhön zum Holzberghof und zurück, knapp 16 Kilometer. Eine Beschreibung findest du bei ich-geh-wandern.de.

Plane die Einkehr nach der Uhrzeit: Mittags passt die Fischerhütte am See, der Holzberghof öffnet erst am späten Nachmittag. Und donnerstags hat die Fischerhütte Ruhetag.

Weitere Ziele in Fulda, der Rhön und Osthessen findest du in der Übersicht Ausflüge.