
Sternenpark Rhön
und Sternenstadt Fulda
Zwölf Himmelsschauplätze in Hessen, Bayern und Thüringen, die Sternenstadt Fulda und alles, was du für deine erste Sternennacht in der Rhön wissen musst.
Wer nachts von Fulda aus in die Rhön fährt, merkt es spätestens hinter den letzten Dörfern: Hier wird es richtig dunkel. Und dann, an einer klaren Nacht ohne Mond, steht plötzlich die Milchstraße über dir – so deutlich, wie man sie in Deutschland nur noch an wenigen Orten sieht.
Damit das so bleibt, ist die Rhön seit 2014 offiziell Sternenpark. Ich habe zwei Lieblingsplätze zum Sternegucken: den Himmelsschauplatz bei Danzwiesen am Fuß der Milseburg und den bei Hofaschenbach, an dem die Extratour Ulmenstein vorbeiführt. Hier findest du die beiden und alle anderen Plätze, dazu die Sternenstadt Fulda, Führungen und ein paar Tipps für die erste Nacht unter dem Rhöner Himmel.
Die Himmelsschauplätze · Meine zwei Plätze · Sternenstadt Fulda · Führungen und Termine · Gut zu wissen
Was den Sternenpark Rhön ausmacht
Im August 2014 hat die International Dark-Sky Association – heute DarkSky International – das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön als „International Dark Sky Reserve“ anerkannt. Der Sternenpark reicht über alle drei Länder der Rhön: Hessen, Bayern und Thüringen. 2022 wurde die Rhön sogar zum weltweiten Sternenpark des Jahres gekürt.
Dunkel heißt dabei nicht, dass in den Orten das Licht ausgeht. Rund 40 Städte und Gemeinden haben sich verpflichtet, ihre Beleuchtung nach den Richtlinien des Sternenparks zu planen: Licht nur dahin, wo es gebraucht wird, nach unten gerichtet, in warmen Farben und nicht die ganze Nacht in voller Stärke. Davon haben nicht nur Sternengucker etwas, sondern auch Fledermäuse, Nachtfalter und andere Tiere, die auf die Dunkelheit angewiesen sind.
In klaren, mondlosen Nächten siehst du in der Rhön die Milchstraße mit bloßem Auge, dazu Tausende Sterne – und mit etwas Glück das Zodiakallicht, einen schwachen Lichtkegel kurz nach der Abenddämmerung oder vor der Morgendämmerung.




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Die Himmelsschauplätze
Damit du weißt, wohin du fahren kannst, gibt es in der Rhön inzwischen zwölf Himmelsschauplätze. Das sind kleine, frei zugängliche Plätze mit freier Sicht, an denen du in Ruhe den Himmel erkunden kannst – tagsüber übrigens genauso. Auf den meisten findest du:
- eine kipp- und drehbare Wellenliege für den entspannten Blick nach oben
- einen Polarsternfinder: zwei leuchtende Ringe an einem Mast – liegen sie übereinander, siehst du in der Mitte den Polarstern
- eine drehbare Sternkarte, mit der du den Himmel für Datum und Uhrzeit einstellst
- gestaffelte Fernglas-Auflagen, damit das Bild nicht wackelt
- Infotafeln zur Lichtverschmutzung und was jeder dagegen tun kann
Hessen
Mein Tipp
Hofbieber-Danzwiesen · Hofbieber
Am Fuß der Milseburg, mit weitem Blick in die Rhön und hinauf zu den Kreuzen auf dem Gipfel. Der Platz liegt am Hochrhöner und am Milseburgweg.
Parken: an der Bushaltestelle in Danzwiesen (Bubenbader Straße), von dort sind es wenige Minuten zu Fuß.
Mein Tipp
Nüsttal-Hofaschenbach · Nüsttal
Am Ortsrand von Hofaschenbach, direkt an der Extratour Ulmenstein. Dazu gibt es eine Picknickbank und eine begehbare Sonnenuhr des Heimatvereins.
Parken: am Straßenrand direkt am Platz. Anfahrt über die Ulmensteinstraße in Richtung Parkplatz Ulmenstein.
Eichenrieder Weitblick · Kalbach-Eichenried
Aussichtspunkt oberhalb von Eichenried mit Bänken und Panoramatafel. Bei klarer Sicht reicht der Blick über den Oberkalbacher Grund bis zur Hohen Rhön.
Parken: direkt vor Ort.
Dietershausen · Künzell
Am Ortsrand beim Schönstatt-Zentrum, mit Blick nach Südosten. Der jüngste Platz im Landkreis Fulda, mit einer Sternenführung zum Anhören per QR-Code.
Parken: am Bürgerhaus Dietershausen, von dort rund zehn Minuten zu Fuß, ausgeschildert.
Kurpark Bad Salzschlirf · Bad Salzschlirf
Mitten im Kurpark. Hier brauchst du nicht weit rauszufahren und kannst den Abendspaziergang mit einem Blick nach oben verbinden.
Parken: am Kurpark oder an der Tourist-Information, ein paar Minuten zu Fuß.
Hohenroda-Soislieden · Hohenroda
Am Ortsrand am Fuß des Soisbergs im Hessischen Kegelspiel. Die Extratour Soisberg kommt hier vorbei.
Parken: im Ort, das letzte Stück geht es zu Fuß.
Thüringen
Erlebniswelt Rhönwald · Kaltennordheim-Kaltenwestheim
Im Freigelände der Erlebniswelt zwischen Barfußpfad und Steinlabyrinth, mit einem kleinen Kinder-Sternenpark. Der Platz für einen Ausflug mit Kindern.
Parken: Parkplatz vor Ort.
Gläserberg · Dermbach
Oben auf dem Gläserberg, zu Fuß über den Hochrhöner oder den Familienweg „Rhöner Schöpfungspfad“ zu erreichen.
Parken: auf dem Parkplatz vor der Schranke. Die Zufahrt ist ein Feldweg aus Richtung Föhlritz.
Bayern
„Der Mottener“ · Motten
Zwischen Motten und Kothen direkt auf der Wasserscheide zwischen Rhein und Weser, am gleichnamigen Wanderweg.
Parken: am Parkplatz an der Wasserscheide am Fuß der Mottener Haube, dann ein kurzer Fußweg.
Berghaus Rhön · Riedenberg
Auf einer Anhöhe in den Schwarzen Bergen oberhalb von Riedenberg. Eine Kamera auf dem Dach des Berghauses zeigt den Nachthimmel live.
Parken: auf dem Wanderparkplatz am Berghaus, rund 20 Meter entfernt.
Detter · Zeitlofs
Ein ruhiger Platz am Ortsrand von Detter in der südlichen Rhön, abseits von Straßenlicht.
Parken: an der Kreisstraße, dann rund 450 Meter zu Fuß.
Waldfenster · Burkardroth
Am Ortsrand von Waldfenster, direkt an der Extratour Waldfenster – auch tagsüber ein schöner Rastplatz.
Parken: im Ort, dann rund 1,1 Kilometer zu Fuß.
Drei weitere Plätze sind in Vorbereitung: an der Kissinger Hütte, am Burgwallbacher See und an der Lichtenburg bei Ostheim.
Mit eigenem Teleskop? Auf der Hohen Geba in der Thüringer Rhön gibt es eine Beobachtungsplattform für alle, die mit eigener Ausrüstung kommen. Betreut wird sie vom Verein Sternenpark Rhön.
Meine zwei Plätze
Hofaschenbach: Sterne an der Extratour Ulmenstein
Die Extratour Ulmenstein ist eine kurze Runde von acht Kilometern im Hessischen Kegelspiel – und sie führt direkt am Himmelsschauplatz bei Hofaschenbach vorbei. Wir waren im Januar 2025 dort, an einem dieser Wintertage, an denen jeder Halm mit Raureif überzogen ist. Am späten Nachmittag standen wir über einem Nebelmeer, und als die Sonne unterging, lag der Schäferwagen am Himmelsschauplatz schon im Dämmerlicht.
Mein Tipp: die Runde am Nachmittag starten und zum Sonnenuntergang am Himmelsschauplatz sein. Dann bist du für die ersten Sterne schon am richtigen Ort und musst im Dunkeln nicht mehr weit laufen.




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Danzwiesen: am Fuß der Milseburg
Die Milseburg ist mein Hausberg, seit ich klein bin. Der Himmelsschauplatz liegt unten bei Danzwiesen, nicht weit vom Wanderparkplatz, an dem auch die Extratour Milseburg startet. Von dort siehst du die Kuppe der Milseburg als dunklen Umriss gegen den Abendhimmel.
Wer früh genug da ist, kann vorher noch auf den Gipfel steigen und den Sonnenuntergang von oben sehen. Für den Rückweg im Dunkeln unbedingt eine Lampe einpacken – der Weg über die Basaltblöcke ist bei Tag schon anspruchsvoll genug.


Fulda: die erste Sternenstadt Deutschlands
Auch in der Stadt tut sich etwas. Im Januar 2019 hat die International Dark-Sky Association Fulda als „Dark Sky Community“ anerkannt – als erste Sternenstadt Deutschlands. Dunkler wird es dadurch nicht. Das Licht soll auf Gehweg und Straße fallen, nicht in den Himmel: Neue Leuchten strahlen nach unten, haben ein warmes Licht von höchstens 3000 Kelvin und werden nachts gedimmt oder ganz abgeschaltet.

Ich wohne im Bereich der Fuldaaue und sehe das direkt vor der Haustür: Die Laternen am Weg leuchten gedämpft und werden erst heller, wenn sich jemand bewegt. Man merkt das kaum – und trotzdem ist der Himmel darüber ein ganzes Stück dunkler.
Wer den Sternenhimmel in Fulda selbst erleben will, hat zwei gute Adressen: Das Planetarium im Vonderau Museum zeigt unter seiner Kuppel unter anderem den aktuellen Fuldaer Sternenhimmel. Und die Volks- und Schulsternwarte Fulda auf dem Dach der Freiherr-vom-Stein-Schule öffnet zu Beobachtungsabenden – die Termine stehen auf ihrer Website.
Und manchmal macht der Himmel ganz von allein ein Fest
Im Mai 2024 haben wir in der Propstei Johannesberg unsere Hochzeit gefeiert. In der Nacht stand plötzlich Polarlicht über Fulda, rot und grün über den Figuren an der Propstei. Alle Gäste waren draußen und völlig begeistert. Mit dem Sternenpark hat das nur am Rand zu tun – aber es zeigt, was man alles sehen kann, wenn man nachts einmal nach oben schaut.


Sternenführungen und Termine
Mit einem Sternenparkführer siehst du mehr: Er zeigt dir Sternbilder, Planeten und Sternhaufen und erzählt die Geschichten dazu. Das sind die nächsten Führungen und Sternen-Termine aus dem Kalender.
Sa., 17. Oktober 2026 · 19:30 Uhr
Sternenführung „Halbmond und Sternengeschichten“ in Hofaschenbach 2026
Treffpunkt Kreuzung Am Linsberg/Ulmensteinstraße, Nüsttal-Hofaschenbach
Öffentliche Führungen bietet die Volkshochschule des Landkreises Fulda zusammen mit dem Biosphärenreservat an, in der bayerischen Rhön die Volkshochschule Bad Kissingen und Hammelburg. Für Gruppen, Familien oder Firmen vermittelt der Verein Sternenpark Rhön eigene Führungen. Und jeden Sommer feiert die Rhön ihre Sternenparkwochen mit vielen Veranstaltungen und der Aktion „Licht aus, Sterne an“.
Zum Hören
Celina vom RHÖNcast ist die Extratour Soisberg gelaufen – mit Halt am Himmelsschauplatz Soislieden: Extratour Soisberg: Mit dem vielleicht schönsten Aussichtsturm der Rhön? →
Alle Folgen und Plattformen: RHÖNcast auf FuldaRhön →
Gut zu wissen
Wann ist die beste Zeit zum Sternegucken?
In klaren Nächten rund um Neumond. Der Vollmond überstrahlt viele schwache Sterne und die Milchstraße. Im Herbst und Winter wird es früh dunkel, du musst also nicht lange aufbleiben. Die Milchstraße steht im Sommer am eindrucksvollsten am Himmel.
Zwei Nächte im Jahr lohnen sich besonders für Sternschnuppen: die Perseiden um den 12. und 13. August und die Geminiden Mitte Dezember.
Wie lange dauert es, bis ich richtig etwas sehe?
Gib deinen Augen Zeit. Nach einer Viertelstunde im Dunkeln siehst du deutlich mehr Sterne als in den ersten Minuten. Ein Blick aufs helle Handy macht das wieder zunichte – stell das Display ganz dunkel oder nimm eine Lampe mit rotem Licht.
Was sollte ich mitnehmen?
- warme Kleidung, auch im Sommer – auf den Höhen der Rhön wird es nachts schnell kühl
- eine Decke oder Isomatte, falls die Liege schon belegt ist
- eine Taschenlampe, am besten mit Rotlicht
- ein Fernglas – ein ganz normales reicht für Mond, Sternhaufen und die Andromeda-Galaxie
- etwas Warmes zu trinken
Wie verhalte ich mich nachts draußen?
Parke auf den ausgewiesenen Parkplätzen und bleib auf den Wegen. Richte deine Lampe nach unten und leuchte andere nicht an. Viele Plätze liegen am Ortsrand, also sei leise. Und nimm alles wieder mit, was du mitgebracht hast. Die Rhön ist auch nachts ein Lebensraum für viele Tiere.
Kostet der Besuch etwas?
Nein, die Himmelsschauplätze sind frei zugänglich. Nur der Platz in der Erlebniswelt Rhönwald liegt auf deren Gelände; dort gelten die Regeln des Betreibers. Führungen kosten in der Regel einen kleinen Beitrag und brauchen eine Anmeldung.
Was kann ich mit Kindern machen?
Die Erlebniswelt Rhönwald in Thüringen hat neben dem Himmelsschauplatz einen kleinen Kinder-Sternenpark. In Fulda lohnt sich das Planetarium im Vonderau Museum, und mit der kostenlosen Handy-Rallye „Mit Luna auf Tour“ werden Kinder bis zehn Jahre an fünf Stationen in der Innenstadt zu Lichtexperten. Gestartet wird an der Tourist-Information.
Und tagsüber?
Eine Extratour zum Sonnenuntergang, eine Einkehr in einer Hütte am Berg oder ein anderer Ausflug in der Region.
Stand der Angaben: Oktober 2026. Die Himmelsschauplätze und ihre Ausstattung stammen von rhoen.info und dem Biosphärenreservat Rhön, die Angaben zur Sternenstadt von der Stadt Fulda. Fotos: eigene Aufnahmen; Sternenhimmel über der Wasserkuppe, Milchstraße und Komet: HA Hessen Tourismus, Roman Knie, Hessische Bilddatenbank (CC0).
