Kunstmeile zum Fuldaer Haus: Skulpturen, Weitblick und Einkehr auf der Maulkuppe

Den Weg vom Grabenhöfchen hinüber zum Fuldaer Haus bin ich schon oft gelaufen, im Herbst, im Schnee, an Silvester. Er ist kurz, komplett asphaltiert und hat trotzdem alles, was ich an der Rhön mag: Weitblick in jede Richtung, Holzskulpturen am Wegrand und am Ende eine Hütte mit Kaffee und Terrasse.

Was den Weg besonders macht

Der Weg ist die Poppenhausener Kunstmeile: gut zwei Kilometer über offene Wiesenkuppen, gesäumt von rund 40 Holzskulpturen. Sie entstehen seit 2001 bei den Poppenhausener Bildhauer-Tagen, bei denen Bildhauer aus der Region und von weiter her ein paar Tage lang vor Ort an neuen Figuren arbeiten. Jedes Mal gibt es ein Thema, 2021 zum Beispiel „Wandern“.

Dazwischen immer wieder der Blick: links die Milseburg mit ihrem Felsgipfel, rechts die Wasserkuppe mit dem Radom, und hinter dem Grabenhöfchen die Enzianhütte am Hang des Weiherbergs.

Der Weg

Start ist am Parkplatz am Grabenhöfchen an der B 458. Von dort geht es auf dem asphaltierten Weg nach Nordwesten, erst leicht bergauf über die Kuppe, dann mit wenig Steigung bis zum Waldrand unter der Maulkuppe. Das Fuldaer Haus sieht man schon von Weitem. Hin und zurück sind es rund 4,5 Kilometer, ohne Eile knapp anderthalb Stunden plus Einkehr.

Hauptweg in Bronze, Varianten gestrichelt. Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende.

Unterwegs stehen Bänke, ein Rastplatz mit kleiner Schutzhütte und die Skulpturen, zu denen jeweils ein Schild gehört. Mit Kindern braucht man für die zwei Kilometer deshalb gern doppelt so lange, weil an jeder Figur etwas zu entdecken ist.

Die Richtung ist Geschmackssache. Ich laufe lieber zuerst zum Fuldaer Haus und habe auf dem Rückweg die Wasserkuppe vor mir.

Für wen machbar

Für alle. Der Weg ist durchgehend asphaltiert und ohne Stufen, die Steigungen sind sanft. Kinderwagen sind kein Problem, und wer nicht mehr so gut zu Fuß ist, kommt hier trotzdem zu einem richtigen Rhön-Panorama.

Einziger Haken: Schatten gibt es kaum, an heißen Sommertagen also Hut und Wasser einpacken.

Länger laufen

Wer mehr will, hängt eine der drei Varianten an:

Runde um die Maulkuppe. Der Gipfel direkt hinter dem Fuldaer Haus ist bewaldet, ohne Aussicht, aber die rund 1,5 Kilometer lange Runde um ihn herum öffnet nacheinander alle Richtungen. Der Weg ist meist asphaltiert oder gut befestigt.

Steinwand. Gut zwei Kilometer vom Fuldaer Haus liegt die Steinwand, eine etwa 100 Meter lange Felswand aus Phonolith und das wichtigste Klettergebiet Hessens. Hinunter geht es über die Straße nach Steinwand, der Rückweg bergauf. Für Kinderwagen ist das nichts mehr, zu Fuß aber ein schöner Abstecher.

Enzianhütte. Vom Grabenhöfchen aus ist die Hütte des Alpenvereins am Weiherberg in etwa einem Kilometer erreicht, mit großer Sonnenterrasse und Blick ins Fuldatal.

Fuldaer Haus

Das Fuldaer Haus steht auf 670 Metern knapp unter dem Gipfel der Maulkuppe. Der Rhönklub Fulda hat den runden Steinbau 1924 begonnen, seit 1926 ist er bewirtschaftet. Heute gibt es dort Restaurant, Terrasse, Wintergarten und Zimmer, nebenan einen Jugendzeltplatz.

Innen ist es hell und mit Hirsch und Tannengrün dekoriert, aus den Fenstern schaut man über die Rhön. Ich nehme meist Kaffee und etwas Süßes, es gibt aber auch warme Küche. Geöffnet ist in der Regel dienstags bis samstags, sonntags läuft die Selbstbedienungsterrasse, montags ist Ruhetag. Die aktuellen Zeiten stehen auf fuldaer-haus.de.

Anfahrt und Parken

  • Parkplatz am Grabenhöfchen (B 458 zwischen Dipperz und Hilders, bei Poppenhausen-Steinwand)
  • Parkplatz am Fuldaer Haus, Maulkuppe 1, 36163 Poppenhausen – für die Variante „nur Einkehr“ oder den Weg in Gegenrichtung

Von Fulda sind es etwa 20 Minuten über die B 458 Richtung Hilders. Am Grabenhöfchen steht das Rhön-Hotel Grabenhöfchen mit Restaurant, direkt am Start, falls man vor oder nach dem Weg lieber dort einkehrt. Mit dem Bus fährt man bis zur Haltestelle Steinwand Grabenhöfchen.

Beste Zeit

Der Weg geht zu jeder Jahreszeit. Im Herbst leuchtet der Wald um Milseburg und Maulkuppe, im Winter liegt er oft noch in der Sonne, wenn unten im Tal Nebel hängt. Weil alles asphaltiert ist, lässt er sich auch bei Schnee gut laufen. Die Terrasse am Fuldaer Haus ist dann ein guter Platz für die Wintersonne.

Mein Tipp: am späten Nachmittag starten. Dann steht die Sonne tief, die Skulpturen werden zu Silhouetten vor dem Himmel, und das letzte Licht liegt auf Wasserkuppe und Milseburg.

Weitere Ziele in Fulda, der Rhön und Osthessen findest du in der Übersicht Ausflüge. Mehr Hütten mit Einkehr stehen auf der Seite Rhön Hütten.