Extratour Ulmenstein: Basaltsee, zwei Kapellen und viel Weitblick

Die Extratour Ulmenstein bin ich schon mehrmals gelaufen, im Sommer, im Frühjahr und im Winter. Auf acht Kilometern wechseln sich Wald, ein stiller Basaltsee und weite Blicke über die Kuppenrhön ab. Für mich ist sie eine der abwechslungsreichsten kurzen Runden der Region.

Was die Runde besonders macht

Namensgeber ist der Ulmenstein, ein Basaltfelsen bei Hofaschenbach in der Gemeinde Nüsttal. Durch den Basaltabbau ist dort ein See entstanden, den heute Felswände und Wald einrahmen. Er liegt gleich am Anfang der Runde, wenn man am Parkplatz Ulmenstein startet.

Danach ändert sich die Landschaft alle paar hundert Meter: schmale Pfade durch Mischwald mit bemoosten Basaltblöcken, dann offene Wiesen, Streuobst und Magerrasen mit Blick auf die Kuppen. Auf zwei Anhöhen stehen kleine Kapellen.

Der Weg

Wegzeichen ist ein rotes U auf weißem Grund. Als zertifizierter Premiumweg ist die Runde durchgehend markiert.

Vom Parkplatz geht es durch den Wald hinauf zum See. Dort stehen eine Schutzhütte mit Feuerstelle und ein paar Bänke. Dahinter führt der Weg weiter durch Buchen, Ahorn, Eschen und Ulmen und dann hinunter ins offene Elsbachtal.

Ab hier ist man überwiegend im Freien unterwegs. Zuerst kommt die Laurentiuskapelle bei Mittelaschenbach mit ihrer Kreuzigungsgruppe, dann geht es auf Wiesenwegen am Linzberg entlang zur zweiten Kapelle oberhalb von Hofaschenbach.

Über den Himmelsschauplatz mit seinem alten Schäferwagen läuft man zurück zum Wald und zum Parkplatz.

Rastplätze, Liegen und Kirschen

Was ich an der Runde besonders mag, sind die Rastplätze. An mehreren Stellen stehen Bänke und Holzliegen mit Aussicht, auf denen man gut eine Weile sitzen bleiben kann.

Dazu kommen die Kirschbäume an der Strecke. Wenn die Kirschen reif sind, schmecken sie richtig gut. Im Frühjahr blühen auf den Magerrasen die Küchenschellen.

Im Winter über dem Nebel

Im Januar waren wir zu mehreren an einem Tag mit dickem Raureif unterwegs. Unten hing Nebel, auf den Höhen kam die Sonne durch. Der See war zugefroren, die Brotzeit gab es mit Thermoskanne auf einer Bank.

Zum Sonnenuntergang standen wir an der Laurentiuskapelle über einem Nebelmeer, aus dem nur noch die Kuppen der Rhön herausschauten.

Für wen machbar

Mit 8 Kilometern, gut zwei Stunden reiner Gehzeit und rund 225 Höhenmetern ist die Tour auch für Gelegenheitswanderer gut zu schaffen. Offiziell ist sie als mittelschwer eingestuft.

Es gibt ein paar Treppenstufen und schmale Waldpfade, die bei Nässe oder Schnee rutschig sein können. Feste Schuhe reichen aus, für Kinderwagen sind die Pfade und Treppen nichts.

Anfahrt und Parken

  • Parkplatz Ulmenstein bei Hofaschenbach (offizieller Start, im Ort ausgeschildert)

Hofaschenbach gehört zur Gemeinde Nüsttal und liegt östlich von Hünfeld. Mit dem Bus kommt man bis zur Haltestelle Hofaschenbach Ortsmitte, von dort sind es etwa 500 Meter bis zum Einstieg. Karte, Tourdaten und GPX gibt es bei rhoen.info.

Einkehr

Am Himmelsschauplatz bei Hofaschenbach steht ein alter Schäferwagen direkt an der Strecke. Von Mai bis Oktober gibt es dort sonntagnachmittags Kaffee, Kuchen und Herzhaftes.

An allen anderen Tagen heißt es Brotzeit einpacken. Bänke dafür gibt es genug.

Beste Zeit

Die Runde geht das ganze Jahr. Im Frühjahr blühen die Küchenschellen, im Sommer ist es im Wald und am See angenehm kühl, und zur Kirschenzeit lohnt sie sich doppelt. Am eindrucksvollsten fand ich sie an einem klaren Wintertag mit Raureif.

Küchenschellen stehen unter Naturschutz. Bitte auf den Wegen bleiben und nur fotografieren.

Weitere Ziele in Fulda, der Rhön und Osthessen findest du in der Übersicht Ausflüge. Alle Extratouren der Region stehen auf der Seite Wandern.